Unkreatives zur Kreativität
Schreiben ist manchmal wie träumen – man muss eine Idee glauben, als Voraussetzung hinnehmen, so als sei sie kein austauschbares Produkt der eigenen Phantasie, sondern ein Faktum der Realität. Wer käme, außer in einem Klartraum, schon auf die Idee, die Wahrheit der Existenz seiner Traumbilder anzuzweifeln? Genauso sollte der Schreiberling bei den Dingen, die er sich ausdenkt, einfach mal nicht solange daran herumfeilen, bis sie „perfekt“ sind (die der Realität entlehnten Fakten behandelt man ja auch nicht anders).
Dann kann man statt eines von A bis Z durchgeplanten Märchens einen Erkenntnisprozess beim Schreiben erleben, quasi ein „Wenn A, dann B“ anstelle von „Wenn ich B will, wie sollte ich dann A wählen?“. Und der Leser hat die Chance, sich seine eigenen Gedanken zu machen; dem Autor zuzustimmen oder – bei gleichem A – zu einem anderen B’ zu kommen.
Und deshalb bin ich so ein Fan von Träumen, weil sie gleichzeitig phantastisch und authentisch sind, was man von vielen Schrieben im „Märchen“-Stil nicht behaupten kann.
