Das Pfeifen des Hohlbeinmantelgeschosses neben dem Ohr
Oh, ich habe unerwartet einen dritten Platz belegt. Welch Freude. Und dann auch noch der Dritte, das ist deutlich besser als der Erste, denn dort hätte ich ein vom Autor selbst gelesenes Hohlbein Hörbuch gewinnen müssen. Na, ist ja nochmal gut gegangen.
Danke an Herrn Lott für den erheiternden Wettbewerb
Lesen! Lesen!
Dieses Mannes Buch gehörte mal zu den Bestsellern, aber für den, der wie ich zu der Zeit, als es geschrieben – und gelesen – und sogar verfilmt – wurde, noch nicht mal als Joghurt im Kühlregal stand, ist es eine Neuentdeckung der besonderen Güte, und ab heute steht das Buch dessen, der Sätze wie: „Sie trägt einen Rock, den kann man nicht beschreiben, denn schon ein einziges Wort wäre zu lang“ zu Papier und Magnetband gebracht hat, auf meiner Bücher-die-ich-demnächst-unbedingt-kaufen-muss-Liste: Reiner Kunze, Die wunderbaren Jahre.
Hören! Lesen!
In Sachen Mann im Mond – köstlich! Wenn ich eine Blogroll hätte, würde ich Jan-Uwe Fitz ganz oben drauf setzen. Habe leider keine. Schade.
Dieses Tool
Und dann hab ich da dieses Feature, das mich sehen lässt, wer mit welchen Suchbegriffen auf meinem Blog gelandet ist, keine Anhnung wie das tut, aber es zeigt mir diese absurden Sachen im Backend an, zum Beispiel dieses „angenommen, ich habe ein auto mit ski-da“, naja, klar, „ski-da“ ist nicht wirklich ein Wort und alles, aber wenn man mal drüber nachdenkt könnte es ja „Ski-Damenfahrersitz“ oder „Ski-Darlehensaufgeld“ heißen, vielleicht auch „Ski-Dachgepäckträger“… und hey, ja, das ist gut, das ist klasse, das macht mir das Leben leichter, so ein Auftakt, eine Steilvorlage, ein Hammer, klasse das. Ja, Ski-Dachgepäckträger, angenommen du hast den auf deinem Auto, wow, da geht was, das kribbelt, das wuschelt, das macht einen kirre, Ski-Dachgepäckträger ist wie Mobilsarg, wobei Dein Auto den gleichen Zweck erfüllt, aber jetzt kannst du eben auch abseits der einen Piste dich auf der anderen Piste am verschneiten Gras knabbernd aus dem Hier und Jetzt verpissen, super, aber es ist mehr als das, warte mal, das ist noch abgefahrener als jeder Zug, dein Auto, ein schnelles, das ist so retro und umweltfeindlich, Luftwiderstand und Spritverbrauch, und mit den Skiern durch den Kunstschnee, wahlweise Hänge zerfahren oder Lawinen auslösen, selbstlos destruktiv, genial, das muss einer erstmal geschrieben haben bevor man es überhaupt richtig denken kann, da bin ich platt.
Aber hey, es geht noch weiter, das war erst der Anfang, wer weiß, was da noch kommen sollte? Weiß ich denn was mein tolles Tool alles abgeschnitten hat hinter „ski-da“? Immerhin fing der Satz mit „angenommen…“ an, das ist die Bedingung, das Fuck-Constraint im Hirnkonstrukt, da kommt noch was danach, die richtig fette Frage, das ist schon fast die Halberkenntnis und jetzt schon der absolute Konditionalorgasmus. Derbe, nur was? Was zur durchgeknallten Ski-Darmentleerung ist so übelst, dass man dafür ein Auto mit Ski-Dachgepäckträger braucht, ist es illegal, ist es gefährlich, ist es unmoralisch, falsch, abstoßend, ist es total pervers? Kann denn, wer so weit ausholt, überhaupt etwas – selbst für Ski-Dauerkerteninhaber – gesellschaftlich auch nur ansatzweise Denkbares fragen wollen? Noch dazu im In-ter-net? Auf meinem Blog??
Ich hasse dieses Tool. Es macht mir Angst.
Alles Scheiße
Sehr geehrter Suchender. Sie haben in der Suchmaschine Ihrer Wahl die Suchworte „Alles Scheiße“ eingegeben und sind damit hier gelandet. Nun wäre das an sich nichts Besonderes, denn in einem meiner Einträge kommen genau diese Worte vor, einem kleinen Gedicht, um genau zu sein, aber das wissen Sie sicher schon. Bemerkenswert hingegen ist die Tatsache, dass ich, egal wie unbesucht meine kleine Internetpräsenz vor sich hinexistiert, sicher sein kann, dass mindestens einmal am Tag jemand genau diese Worte benutzt um sich hierher zu verirren.
Sicherlich könnte dies ein besonders umständlicher Zeitgenosse sein, der seinerzeit die Suchergebnisse gebookmarkt hat und nun täglich die „Alles Scheiße“-Tour durchs Web macht, oder sich gar auf diese, sicherlich nicht ganz unumständliche Weise ausgerechnet mein Blog gemerkt hat. Es könnte dagegen auch sein, dass die Zahl der Menschen, die so wie Sie „alles Scheiße“ finden und nach einer Bestätigung – mithin einer Negierung – das Netz durchstreifen, ziemlich groß ist.
Wer, der ernsthaft alles Scheiße findet, sucht denn bitteschön im Netz ausgerechnet danach? Heißt Suchen nicht auch Hoffen? Wer noch hofft, der ist noch nicht verzweifelt genug. So schlimm kann es also gar nicht sein. Sie suchen eine Bestätigung. Bittesehr. Alles ist Scheiße. Jetzt können Sie das abhaken.
Beängstigend finde ich es, wie viele Leute offensichtlich ihren Frust in einer Suchmaschine artikulieren – und das in den immer selben Worten. Sie, lieber Suchender, dürfen sich gerne als von Gleichgesinnten umgeben sehen. Sie sind ein Partikel der Statistik. Ein Tropfen im Planschbecken der Enttäuschten. Das ist nicht schlimm, solange Sie daraus nicht den Schluß ziehen, dass eben alles Scheiße ist.
Wie gesagt
Leute die Sätze mit „Wie gesagt“ beginnen, wiederholen sich. Und wer sich wiederholt glaubt, dass er nicht genug Respekt hat um beim ersten Mal richtig angehört worden zu sein. Solche Leute haben kein Rückgrat. Und sind dumm. Wahrscheinlich. Wahrscheinlich riechen sie auch schlecht.
Aber sie können nicht halb so schlecht sein wie die Leute, die Sätze mit „Wie gesagt“ beginnen, dabei aber vorher niemals etwas Gleichlautendes von sich gegeben haben. Solche Leute nehmen die Missachtung ihrer Person zusätzlich vorweg und vermitteln dem Gesprächspartner, dass sie gerne getreten würden – lieber getreten als ignoriert scheint ihr Credo.
Das schlimmste aber ist, dass sich „Wie gesagt“ als Floskel in die Nebenhirnrinde einbrennt und in jeder Denkpause als Screensaver – oder besser: Gesprächshoheitssaver – aufpoppt. Und zwar bei jedem, der dem Scheiß lange genug ausgesetzt ist. Es ist ein Virus. Ein Virus der meinem Gesprächspartner vermittelt, dass ich so rückgratlos bin wie ich schlecht zu riechen scheine, so dumm bin wie ich mich nach ignoranzverdrängenden Tritten sehne. Bevor es ihn selbst – ein schwacher Trost – übermannt.
Oh, wie ich es hasse.
Mangels Masse
Heute sei der Tag meiner Youtubefreiheitsdefloration. Mangels eigener Zeit und damit einhergehender Massefreiheit nehme ich mir die anderweitig zu verortende Freiheit ein wirklich nettes Fundstück zu posten. Spaß, viel, und so wünsch. Ich.
Englische Fassung – mehr Feuer, mehr Klimbim:
Deutsche Fassung – nicht so Englisch:
Fluglärm hör ich nich
denn der böhse Nachbar hört Onkelz. Muss mein Geschirr festhalten, sonst zittert es sich womöglich aus dem Schrank. Hat wahrscheinlich Angst. Ich hab keine. Dies ist ein dunkler Ort, ich hab Licht angemacht. Dann tape ich die Schränke zu und gehe duschen. Danach einkaufen. Finde aber weder Uzis noch Handschuhe mit Bleieinlagen. Kaufe stattdessen Brot und Wurst. Angenehm, vom Straßenlärm umgeben zu sein. Beruhigend leise. Fast kann man die Flugzeuge wieder hören.
