Allein die Leichtigkeit

21. März 2007 at 18:28 (Lieblinge, Spezifisch)

York appartments - night intersection - by Chewy Chua Wie ein Federchen, leicht, im Dunkel, welches über der bunt glitzernden Stadt, über der spätabendlichen Straße klebt, wie ein Federchen fühlst du dich, zu leicht um nicht vom nächsten Windhauch fortgeblasen zu werden, zu kreatinös um vom Nieselregen berührt zu werden. Du kannst von hier oben durch die Glasscheiben sehen hinter denen Licht ist, Musik, Menschen. Menschen, die alle hoffen, streben, leben. Solche, die mit beiden Beinen im Leben stehend längst alle Wunder verkauft haben, aber auch solche, die gleich dir leicht sind, zu leicht um eigenen Halt zu finden, sie bilden das sich ständig erneuernde Federkleid dieser Stadt, und bis vor kurzem warst du ein Teil davon. Nun bist du entfernt, obgleich noch nah, und zum ersten Mal gelingt dir, was du seit langem vergeblich, oft ohne zu wissen, was es war, versucht hast: der Überblick. So etwas wie ein Verstehen. Du spürst den Hauch der ungebundenen Freiheit, zugleich den der Einsamkeit, in einem. Doch das sind Spinnereien, sagst du dir als du dich abwendest und in dein Nest zurückkehrst, das sind alte Metaphern, zu alt um wahr zu sein, morgen, sagst du, morgen wird gut, nicht wie gestern, als du noch mit besser zufrieden warst. Der Wind seufzt dich zurück ins Zimmer und du beschließt, deine Kunst darauf zu verwenden so zu tun, als gehörtest du noch dazu. Es wird gelingen. Du bist nicht allein.

Photo by Chewy Chua

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