Einfacher als gedacht

31. März 2007 at 14:32 (Spezifisch)

TwinsDes Lösels Rätsung ist dann doch wieder einfacher als gedacht. Wir schreiben das Jahr zweitausendundfünfzehn (alle außer den Pisastudienversagern, natürlich, die schreiben das anders). Ich erkläre meine Versuche, die perfekte Frau zu finden, für gescheitert. Nach unzähligen Anläufen, Versuchen, Rückschlägen, halben und ganzen Fehlschlägen, von denen der größte der anschließende Versuch war, aus Verzweiflung einfach schwul zu werden, entschließe ich mich schließlich, auf das Angebot einer großen, amerikanischen Klon-Firma einzugehen. Nur wenige tausend Dollar und ein paar Eingriffe später werde ich in ein Raumschiff gesetzt und ins All geschossen. Das Zwillingsparadoxon hat einen praktischen Nutzen – ein Zwilling, der über dreißig Jahre jünger ist, kann auf diese Weise gemütlich mein Alter erreichen, während ich mit knapper Lichtgeschwindigkeit ein paar Tage durchs All düse und in der Nase bohre. Dabei denke ich an meine Zwillingsschwester, oder besser, an mein weibliches Ich, meinen Klon, der bei meiner Rückkehr eine wunderbare Frau in den besten Jahren sein wird, der bereits ausreichend Lebenserfahrung gesammelt hat, dass man sich die Krisen gleich sparen kann. Sie und ich, wir werden uns intuitiv verstehen, denn wir sind genetisch identisch. Und was es alles zu erleben geben wird! Mehr als dreißig Jahre werden verflossen sein, ich bin gespannt, was sich alles verändert hat auf der guten, alten Welt. Hoffentlich haben sie endlich die Cybergames erfunden, oder das Holodeck. Unglaublich, was es alles an neuen Unterhaltungsmedien geben wird – wird Cybersex real sein? Aber das kann mir ja dann egal sein, fällt mir ein, wenn ich Sex mit mir selbst haben will, dann habe ich ja meinen Klon, der mich besser versteht als irgendwer sonst auf der Welt. Gut, Kinder kriegen ist nicht drin, aber das kann ich verschmerzen. Und Angst, dass ich mit der Welt so gar nicht mehr zurecht kommen werde, brauche ich auch nicht zu haben – diese Klongeschichte ist der Markthit, das haben so viele gemacht, dass ich eine Menge Menschen aus meiner Zeit wiedersehen werde.

Zur Mitte des Jahrhunderts lande ich, kurz nach dem Start. Etwas beduselt vom ungewöhnlichen Flug atme ich die neue Luft des Planeten. Stelle bald fest, dass Cybersex immer noch nicht erfunden ist. Treffe meinen Klon. Verheiratet. Drei Kinder. Sagt mir, was ich sie alles kann. Scheiße.

Übrigens, meinen Nachbarn hat es schlimmer erwischt: sein Klon hat sich drei Tage vor seiner Rückkehr, entnervt von unzähligen Krisen, selbst klonen und in ins All schießen lassen. Da mein Nachbar keine Lust hat, als alter Mann seinen beiden jüngeren Ichs beim Glücklichsein zuzuschauen, überlegt er jetzt, ob er seinen männlichen Klon nicht einfach heimlich im Weidenkörbchen aussetzen oder vielleicht auch ins Handgepäck nehmen und ihr hinterherfliegen soll…

Photo geklaut bei Darwin Bell, verretuschiert hab ichs selbst.
Nachtrag: Verdammt, die ausschlaggebende Quelle vergessen. Wie peinlich. Hab die Idee mit dem Klon von einem Kommentierer namens Konner. Hier bei Frau wort-wahl. Woher der die Idee hat, weiß ich auch nicht 🙂

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4 Kommentare

  1. Scheibster said,

    Ich habe gelacht. Danke. 🙂

  2. gnaur said,

    Das war bitterster Ernst!!

  3. GreenStorm said,

    ich weiß…ich weiß…

  4. gnaur said,

    Dann bitte ich um Erleuchtung, Monsieur GreenStorm, teilen Sie sich mit!

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