Ich traf des Nachts

6. Mai 2007 at 2:40 (Spezifisch)

Ich traf des Nachts im Mondenschein
den toten Dachs im Buchenhain;
wie wir so ein wenig sprachen,
hörten wir, wie Zweige brachen
und die Spitzmaus lieh uns ihre
Ohren und der Fuchs stand Schmiere.

Also hoben wir die schlimme
erzdämonenleere Stimme
und wir sangen mit den Meisen
all die alten, trocknen Weisen
tief im Buchenhain, im Schatten,
hohl im Mondenschein, im matten.

Und so hob sich bald ein Wehen
und wir sahen Bäume gehen
mit Geraschel und Geknarze
in die Dunkelheit, die schwarze
stellten sie ein Säulenmeer;
zehn Meter hoch, zehn Tonnen schwer.

Aber über unser Wirken
Kamen bald die schlanken Birken
und die Rehe und die Hasen
und die Igel und die Phrasen
die sie schwangen klangen tauf…
da schreckte ich und wachte auf.

Ach, wie wohl und warm mein Bett,
und ja, der Fuchs war grünbrünett.

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