Besetzt

8. Mai 2007 at 23:25 (Spezifisch)

Was das mit den einsamen Herzen angeht, muss ich sagen, dass das, was ich nicht zu sagen hatte, alle bitteschön zu hören haben sollten. Nein, das Ding mit den armen Herzen, die sich in warmen Nächten im leichten Nieselregen mit leisem Hüftschwung soweit voneinander entfernt hatten, dass sie sich gegenseitig gar nicht mehr, ich meine, überhaupt gar nicht mehr zu erreichen vermochten, diese Sache, das, worüber wir uns schon tausendmal unterhalten, lustig gemacht und versponnen hatten, genau dies versperrte uns die Sicht auf unser Heimweh, auf unser Gemeinsam, das sich längst entzweit hatte. Süßes Lächeln auf unseren Lippen, die ansonsten nicht mehr die Wahrheit von sich gaben und nur, nein, nicht einmal im Kuss den anderen erkannten, am Schluss: nur noch nichts. Zwei kleine Welten, säuberlich getrennt, und jeder suchte das korrespondierende einsame Herz an einem anderen Ort. Hast du? Klar, dass das nicht ging. Klar, dass das nicht klappte. Dir war gar nichts klar. Und mir noch viel weniger. Gut, dass wir drüber gesprochen haben. Haben wir? Natürlich nicht. Ein Dutzend Worte, ein paar Tränen, wie schön ist die Freiheit. Ach, wie schön. Mach was draus. Ich scheiß drauf. Was die Sache mit den einsamen Herzen angeht, muss ich sagen, dass mir die Hälfte davon auf den Keks, die andere auf die Seele geht. Ich zähle nicht. Zähl halt selbst. Am Ende kommt nur ein Besetztzeichen.

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