Manchmal

9. Mai 2007 at 22:01 (Spezifisch)

manchmal gibt es mich gar nicht. Bin gar nicht da. Undefiniert. So wie jetzt.

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Besetzt

8. Mai 2007 at 23:25 (Spezifisch)

Was das mit den einsamen Herzen angeht, muss ich sagen, dass das, was ich nicht zu sagen hatte, alle bitteschön zu hören haben sollten. Nein, das Ding mit den armen Herzen, die sich in warmen Nächten im leichten Nieselregen mit leisem Hüftschwung soweit voneinander entfernt hatten, dass sie sich gegenseitig gar nicht mehr, ich meine, überhaupt gar nicht mehr zu erreichen vermochten, diese Sache, das, worüber wir uns schon tausendmal unterhalten, lustig gemacht und versponnen hatten, genau dies versperrte uns die Sicht auf unser Heimweh, auf unser Gemeinsam, das sich längst entzweit hatte. Süßes Lächeln auf unseren Lippen, die ansonsten nicht mehr die Wahrheit von sich gaben und nur, nein, nicht einmal im Kuss den anderen erkannten, am Schluss: nur noch nichts. Zwei kleine Welten, säuberlich getrennt, und jeder suchte das korrespondierende einsame Herz an einem anderen Ort. Hast du? Klar, dass das nicht ging. Klar, dass das nicht klappte. Dir war gar nichts klar. Und mir noch viel weniger. Gut, dass wir drüber gesprochen haben. Haben wir? Natürlich nicht. Ein Dutzend Worte, ein paar Tränen, wie schön ist die Freiheit. Ach, wie schön. Mach was draus. Ich scheiß drauf. Was die Sache mit den einsamen Herzen angeht, muss ich sagen, dass mir die Hälfte davon auf den Keks, die andere auf die Seele geht. Ich zähle nicht. Zähl halt selbst. Am Ende kommt nur ein Besetztzeichen.

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Bart in der Menge

8. Mai 2007 at 17:48 (Spezifisch)

…muss sich heut mal jeder selbst was zu ausdenken 🙂

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Elfkommafünf

6. Mai 2007 at 23:58 (Spezifisch)

„Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“, sagt das kleine, graue Männchen mit der schiefen Mütze und den wässrigen Augen zu mir. Ich unterbreche mein Tigerkäfigaufundabschreiten am Bahnsteig, meine Tour rund um den „Smoking Point“, und blicke ihn skeptisch an. „Nicht ganz“, erwidere ich dann, „genau genommen ist heute bereits der zweite Tag. Der erste war vorgestern.“ Die feuchten Augen blicken mich mitleidig, wie mir scheint, an. „Jeder Tag ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“. Wieso duzt mich der Gnom eigentlich? Und wo hat er zählen gelernt? „Nein“, beharre ich, „vorgestern war der erste Tag, und gestern habe ich Pause gemacht.“ Er kratzt sich mit der linken Hand im Nacken, und die Mütze wackelt komisch dabei. Es sieht tatsächlich aus, als ob er überlegt, dann sagt er aber: „Jedenfalls ist heute der erste Tag vom Rest deines Lebens“. Ich frage mich, ob und wenn ja, wo man bei ihm die Batterien wechseln muss. „Also. Vor-vorgestern, am Montag, da war der letzte Tag meines Lebens-abzüglich-Rest. Am darauffolgenden Tag war folgerichtig der erste Tag des darauffolgenden Restlebens, um mich genauer auszudrücken: der erste Tag des zweiten Teils des vermutlich ersten Lebens; dann kam die Werbe- und Pinkelpause und anschließend Tag zwei von Teil zwei, macht vier, plus den ersten macht fünf, und heute ist Donnerstag, der zwölfte, macht siebzehn. Siebzehn plus vier, denn wir sind an Gleis vier, macht einundzwanzig und weil Glücksspiel, respektive Habgier, die zweite Todsünde ist komme ich auf dreiundzwanzig. Möchten sie eine Ernte?“ Ich halte ihm die Packung Zigaretten hin. Wieder kratzt er sich am Kopf, greift dann aber zu und nickt dabei unaufhörlich, sogar als ich ihm Feuer gebe nickt er, was die Sache nicht gerade einfach gestaltet. Wenigstens will er mir jetzt nichts mehr verkaufen.

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Ich traf des Nachts

6. Mai 2007 at 2:40 (Spezifisch)

Ich traf des Nachts im Mondenschein
den toten Dachs im Buchenhain;
wie wir so ein wenig sprachen,
hörten wir, wie Zweige brachen
und die Spitzmaus lieh uns ihre
Ohren und der Fuchs stand Schmiere.

Also hoben wir die schlimme
erzdämonenleere Stimme
und wir sangen mit den Meisen
all die alten, trocknen Weisen
tief im Buchenhain, im Schatten,
hohl im Mondenschein, im matten.

Und so hob sich bald ein Wehen
und wir sahen Bäume gehen
mit Geraschel und Geknarze
in die Dunkelheit, die schwarze
stellten sie ein Säulenmeer;
zehn Meter hoch, zehn Tonnen schwer.

Aber über unser Wirken
Kamen bald die schlanken Birken
und die Rehe und die Hasen
und die Igel und die Phrasen
die sie schwangen klangen tauf…
da schreckte ich und wachte auf.

Ach, wie wohl und warm mein Bett,
und ja, der Fuchs war grünbrünett.

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Moinsen!

3. Mai 2007 at 22:02 (Unspezifisch)

Guten Morgen, jetzt ist Schluß, die tanzlosen Tage sind vorbei. Bin wieder da. Hätte keiner gemerkt. Jungejunge, am Wochenende mal knapp 38 Stunden arbeiten (körperlich) – eine interessante Erfahrung. Unglaublich auch, wie ausgeruht und wie neu geboren man sich anschließend nach 5 Stunden Schlaf fühlen kann. Und die erneute Erkenntnis, dass die heiße Dusche definitiv zu den größten zivilisatorischen Errungenschaften gehört. Vor allem aber die Erfahrung, dass man sich auf Freunde verlassen kann, die einem helfen wenn Not am Mann ist.

Habe beim verschiedentlichen Bloglesen im Laufe des Tages bemerkt, dass manche (erstaunlich viele) Leute Probleme haben, wenn die schöne Anonymität des öffentlichen Tagebuchs sich in Luft auflöst. Wenn man sich statt des abstrakten Textes einen konkreten Menschen dahinter denken kann, und was das dann für letzteren beim Schreiben bedeutet. Oder umgekehrt, dass man die Leute lieber nicht persönlich kennen lernen möchte, um sich nicht den Menschen vorstellen zu müssen. Allerdings finde ich, dass man sich immer einen Menschen vorstellt, auch wenn man ihn nicht kennt, und wenn man auf das persönliche Kennenlernen verzichtet, dann vielleicht nur deshalb, weil man damit in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat. Kann ich nicht widersprechen. Aber anmerken, dass man auch positiv überrascht wird von Zeit zu Zeit. Blogs gibt’s jedenfalls genug um sich ein neues, schönes zu suchen, wenn man bemerkt hat, dass der Blogautor im RL ein Typ ist, den man dann doch nicht leiden kann.

Umgekehrt: das Schreiben für Leute, die man (nicht) kennt: Mein Blog ist zu jung und zu unbesucht um darunter allzu sehr leiden zu können; immerhin glaube ich, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist: statt Schere im Kopf* fokussiere ich auf meine Texte und Gedichte etc. und lasse das Tagebuchgejammer auf kleiner Flamme. Meine Anonymität ist ja eh nur halbecht, und wenn ich wirklich das Bedürfnis haben sollte, mich öffentlich auszuheulen, dann suche ich mir einen vollanonymen Nick oder mache es eben wie bisher: abstrakt.

*) ‚Schere Im Kopf’ ist ein ziemlich kranker Ausdruck. Ich muss mir das immer bildlich vorstellen, wenn ichs höre. Hört sich nach Braindead an, irgendwie. Immerhin versteht es jeder auf Anhieb. Löffel durchstößt beim Suppeessen Hinterkopf.

PS: Danke übrigens für die „Urlaubs“grüße!

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