Mein Leben mit mir selbst (5)

15. Juli 2007 at 21:19 (Spezifisch)

Für alle Wochenend-Beender: Teil 5 🙂

WelttraumDas Klopfen ist fort, ganz fort, als wäre es nie dagewesen. Überhaupt fiel mir das auch erst drei Stunden nach dem Aufwachen auf. Den Rest des Tages habe ich sinnvoll genutzt, ich habe nämlich nachgewiesen, dass eine von mir gebaute Zapfanlage auch funktioniert. Die ganze Zeit quälte mich der Gedanke, dass sie vielleicht nicht in Ordnung sein könnte, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich habe selten so gut gezapftes Bier gesehen. Natürlich musste ich zum Nachweis eines der Fässer öffnen, aber ich tat es schließlich im Namen der Wissenschaft, und Wissenschaft ist wichtiger als die Unversehrtheit der Fracht, das ist klar. Jetzt habe ich allerdings das Problem, dass ich ein geöffnetes Fass habe, das ich unmöglich wieder verschließen kann. Bevor ich es entsorge, kann ich mir also auch ein Schlückchen genehmigen.

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Gestern habe ich nichts geschrieben, ich fühlte mich nicht so gut. Erst gegen Abend war ich wieder halbwegs fit, aber dann geriet ich in eine Diskussion mit dem Bordcomputer. Eigentlich hatte ich ihn ja nur auf das Mäuseproblem ansprechen wollen. Seltsamerweise hatte er von den Mäusen noch nichts mitbekommen, aber er startete automatisch Kriemhild, oder besser, er beendete ihre Weinschleife, in der sie seit Tagen hing, und setzte sie auf mich an. Als ich ihr von den Mäusen erzählte, heulte sie nur laut auf. Der Bordcomputer versuchte sich dann als Aushilfspsychologe, stellte sich aber so doof an, dass ich ihn schließlich bat, er möge lieber Kriemhild reparieren und mich in Frieden lassen, was er dann auch tat. Oder zumindest versuchte.

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Heute habe ich herausgefunden, dass ich gewissermaßen doch gestrandet bin, obwohl das Schiff auf dem Grund eines Ozeans liegt. Der Computer hat ein paar Schall-, Ultraschall-, Radar- oder was weiß ich für Vermessungen durchgeführt und festgestellt, dass der Planet eine durchschnittliche Wassertiefe von rund zehntausend Metern hat, und dass die tiefen Regionen gar nicht mit Wasser, sondern mit irgendeinem anderen flüssigen Stoff gefüllt sind, auf dem das Wasser steht. Mathilda liegt auf einem Berg, der aus dieser Flüssigkeit herausragt, deshalb sind wir sozusagen auf einer Insel inmitten eines Tiefenozeans gestrandet. In der letzten Zeit war die Strömung übrigens stärker als sonst, möglicherweise war das die Ursache für die Bewegungen des Schiffs. Vielleicht erklärt es sogar das gespenstische Klopfen, auch wenn ich mir noch nicht vorstellen kann, wie. Ebenfalls unerklärlich ist, warum mir der Computer das nicht gleich gesagt und stattdessen versucht hat, den Klopfcode zu entschlüsseln.

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Mein Rattansessel ist kaputt. Ich hatte mir angewöhnt, mich aus dem Stehen einfach fallen zu lassen, erstens weil ich zu faul zum langsamen Hinsetzen geworden bin, zweitens, weil er dann so schön laut quietscht. Vorhin aber krachte er, und ich brauchte eine ganze Zeit, um meinen Hintern wieder aus dem widerspenstigen Ding herauszubekommen. Nach oben ging nicht, weil die Holzstäbchen wie eine Reuse arbeiteten, ich musste mich daher mitsamt Stuhl auf die Seite kugeln und dann seitwärts bzw. nach unten durch das Loch zwängen. Jetzt habe ich blaue Flecke, bin blutig zerkratzt und mir tut alles weh. Und zur Krönung bekomme ich vom vielen Chips-essen auch noch Pickel. Es ist zum heulen. Mal sehen, ob wenigstens das Bier noch frisch ist.

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Kriemhild redet jetzt wieder. Sie sagt, sie sei blind und fragt nach dem Sinn des Lebens. Ich habe ihr versprochen, dass ich ihn ihr verrate, wenn sie es schafft die Musikdatenbank zu entschlüsseln. Bei den Klebezetteln habe ich allerdings nicht mit mir handeln lassen.

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Ich glaube, dass die Mäuse meinen Rattansessel angenagt haben. Natürlich gibt es keine Beweise, aber ich bringe die Biester trotzdem um. Alle. Aber wie stelle ich es an?

(Fortsetzung folgt)

Ehm, Sie wissen schon…

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Ginger-Ale

15. Juli 2007 at 15:48 (Unspezifisch)

Wie macht man sich eigentlich seinen Ginger-Ale selbst? Ich habe es eben eher durch Zufall wiederentdeckt und kann das unmöglich der Welt vorenthalten.

Erstmal eine Knolle Ingwer an den Start bringen, einen halben Zentimeter davon nehmen, schälen und in Scheibchen schneiden. In einer Teekanne mit kochendem Wasser aufbrühen und mind. 10 Minuten ziehen lassen. Darf auch länger sein, man kann den Ingwer stundenlang drin lassen, allerdings wird der Tee dann etwas trübe. Trinken kann man den auch jetzt schon (wer Tee mag, kann auch einen Jasmintee nehmen und mit ein bißchen Ingwer aufbrühen, aber das nur nebenbei). Für den fast echten Ginger-Ale als nächstes einfach ein großes Glas zu ca. 3/4 mit dem Ingwertee füllen (ob abgekühlt oder nicht ist wiederum eine Geschmacks- bzw. Geduldsfrage), dann zwei bis vier Löffel Zucker (nach Geschmack) reinrühren, einen Spritzer Zitrone dazu (nicht zuviel, sonst schmeckt es nach Zitronenlimo) und das letzte Viertel mit Mineralwasser auffüllen. Fertisch.

Variante: Von den ersten 3/4 nur die oberen 4/5 mit Ingwertee befüllen, das untere Fünftel hingegen mit einem guten Rum (wem das zu mathematisch ist: zwei Finger breit, aber waagerecht, die Finger). Dazu noch ein paar Eiswürfel und Dekomüll nach Belieben (Schirmchen, Strohhalm, ne langweilige Zitronenscheibe oder in Herzchenform geschnitzte Ingwerscheiben,…).

(Habe ich erwähnt, dass ich Ingwer besonders mag?)

Prost und so.

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Mein Leben mit mir selbst (4)

15. Juli 2007 at 10:55 (Spezifisch)

WelttraumRobinson Crusoe gelesen. So ein unrealistischer Schund. Echt jetzt.

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Heute war Ostern. Ich habe das beim Frühstück beschlossen. Dann habe ich Eier gekocht, angemalt und versteckt. Später habe ich sie gesucht, aber leider nicht alle gefunden. Den Computer habe ich den ganzen Tag mit „Meister Lampe“ angeredet. Ich hatte viel Spaß.

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Ich denke gerade an zuhause. Das ist ziemlich sentimental und kitschig, aber ich kann mich im Moment nicht zur Raison zwingen. Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich mit meinen Geschwistern auf einem U-Boot Steaks grille. Natürlich auf dem Deck, an der Oberfläche, wegen dem Rauch, auf einem großen Schwenkgrill. Dabei haben wir Bier getrunken und uns Geschichten erzählt. Als ich die Geschichte von meinem Absturz auf einem einsamen Planeten, der ganz von Wasser bedeckt war, erzählte, gingen alle unter Deck; ich blieb ganz allein zurück und betrank mich dann mit Bier. (Ich war bis heute noch nie im Traum betrunken, aber es ist toll, wenn man sturzbesoffen aufwacht, und von jetzt auf gleich wieder nüchtern ist.)

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Es hat mich zwei Tage harte Arbeit gekostet, aber ich habe es geschafft. Ich habe eine Zapfanlage gebaut. Natürlich werde ich sie nie benutzen, es ging mir ausschließlich um die Herausforderung. Ich habe mir bewiesen, dass ich es kann. Ich bin so stolz auf mich.

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Die Mäuse machen mich noch wahnsinnig. Überall huschen sie, und Laderaum drei stinkt schon ganz erbärmlich, da muss eine gestorben sein. Ihren Urin rieche ich auch überall, es riecht ganz dünn und trotzdem beißend, und ein bisschen salzig. Ich sollte Mausefallen bauen, aber ich habe schon einen Tag gebraucht um nur das Material für die Zapfanlage zusammen zu suchen, wenn ich jetzt auch noch Drähte und Klammern suchen muss – nein, das ist mir zu anstrengend. Ich werde schon einen Weg finden, wie ich sie loswerde, muss nur nachdenken. Ich hoffe, dass mein IQ noch nicht um die erwähnten zehn Punkte runter ist. Falls doch, suche ich mir eben einen Knüppel.

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In Sektion drei ist doch keine Maus gestorben. Es war eines der Ostereier, die ich neulich nicht gefunden hatte. Habe mir den Raumanzug angezogen, das Ding in die Brennkammer im Labor getragen und dort entsorgt. Fehlen nur noch drei.

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Es klopft. Irgendjemand oder irgendetwas klopft seit einigen Stunden an die Außenhaut des Schiffs. Da die ganzen Außenaufbauten abgebrochen sind, kann der Computer nichts sehen. Es klopft einfach nur, unregelmäßig, wie wenn einer mit einem Hammer gegen die Bordwand schlägt. Alle paar Minuten kommen ein oder zwei dumpfe Schläge, die man fast im ganzen Schiff hören kann. Einen Code haben wir noch nicht entschlüsseln können. Mir ist etwas unwohl. Ich frage mich, ob ich hier wirklich allein bin. Mir wäre wohler, ich wäre es.

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Das Klopfen raubt mir den Schlaf. Ich kann mich nicht entspannen wenn ich das Gefühl habe, dass einer vor meiner Tür steht und rein will (ich habe gar keine Tür, nur eine Schleuse, und das Klopfen kommt von der anderen Seite des Schiffes). Schließlich habe ich einen Hammer genommen und zurück geklopft. Mit Hilfe eines Morsealphabets hämmerte ich dem Unbekannten „wir kaufen nichts!“ ein. Später meldete sich der Computer bei mir und verkündete stolz, er habe jetzt eine Sequenz entschlüsselt: der fremde Besucher kaufe nichts. Natürlich hatte er meine eigene Botschaft dechiffriert, der Depp. Das Klopfen von draußen geht unverändert weiter.

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Ich denke darüber nach, den Raumanzug anzuziehen und auszusteigen, damit ich endlich herausfinde wer da so nervtötend hämmert. Der Computer hat mir aber abgeraten, er meint, ich hätte keinen Unterwasserscheinwerfer. Das ist ein Argument. Ich frage mich außerdem, ob der Druck nicht vielleicht auch zu hoch sein könnte.

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Habe in der Datenbank unter „Klopfer“ nachgeschaut. Das Ergebnis entsprach nicht meinen Erwartungen.

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Eben ging ein Zittern durch Mathilda und das Schiff hat sich bewegt. Alle Fugen und Schweißnähte begannen furchtbar zu ächzen und zu stöhnen, während sich der Boden hob und wieder senkte. Wir liegen jetzt fast waagerecht. Vielleicht haben uns die außerirdischen Wesen jetzt in Position zum Abtransport gebracht? Das Klopfen hat immerhin, nach fast dreißig Stunden, aufgehört. Ich bin erschöpft und denke, ich gehe jetzt erstmal ins Bett.

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Wenn mich der Herr Bordcomputer noch einmal aus dem Schlaf reißt, reiße ich ihm seine Lieblingschips aus, aber mit der Beißzange. Das habe ich ihm auch gesagt. Trotzdem meinte er, es sei wichtig. Er hatte herausgefunden, dass das Klopfzeichen mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,99982 gar nichts zu bedeuten hatte, und mit der Gegenwahrscheinlichkeit von 0,00018 die Bedeutung „Wolle Dame schicke Staubsauger kaufe“ hatte. Wäre ich nicht so müde, ich würde die Beißzange jetzt gleich suchen gehen.

(Fortsetzung folgt)

Kleine Erinnerung an den Miniwettbewerb! Einsendeschluss heute Nacht.

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Mein Leben mit mir selbst (3)

14. Juli 2007 at 21:15 (Spezifisch)

WelttraumIch frage mich, warum ich überhaupt noch Tagebuch führe. Es ist doch alles sinnlos. Ein richtiges Notrufsignal können wir nicht mehr senden, weil die Außenantennen kaputt sind. Mit den Innenantennen geht es zwar, aber das ist nicht Hyperraum, und bis das mal zufällig jemand empfängt, können ohne weiteres ein paar hundert oder tausend Jahre vergehen. Ich habe dem Computer gesagt, er soll es trotzdem tun. Hatte er aber schon, der alte Besserwisser. Mathilda ist auch nicht mehr so gut in Schuss. Frachtsektion zwei und vier sind leck und voller Wasser, unten im Maschinenraum sind auch ein paar Räume geflutet und die Wände ächzen und stöhnen manchmal, als wären sie müde. Kriemhild redet kaum noch, und wenn, erzählt sie mir weinerlich ihre ganzen Sorgen und Ängste. Ich tröste sie so gut ich kann. Das gibt mir in meiner ausweglosen Situation zumindest so etwas wie einen Halt.

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Vorhin habe ich die verbleibenden Frachtsektionen inspiziert. Sie scheinen den Absturz recht gut überstanden zu haben. Bei der Fracht sieht es ein bisschen anders aus. Jetzt, wo die künstliche Schwerkraft weg ist, stehen Sektion drei, fünf und sechs halb bzw. ganz auf dem Kopf (vier auch, aber da komme ich nicht rein). Ein paar Bierfässer haben sich dort gelöst und dabei einige der Kartons mit Chipstüten zerquetscht, was besonders in Sektion fünf dazu führt, dass es bei jedem Schritt unter den Füßen knirscht, aber ansonsten scheint die Fracht weitgehend unversehrt. Die Chips schmecken übrigens gar nicht mal schlecht. Natürlich habe ich nur die gegessen, die in den kaputten Tüten waren. Aber jetzt, wo ich es schreibe, fällt mir auf, dass ich eigentlich auch die anderen Sorten mal probieren könnte, ich bin ja ohnehin verloren. Andererseits würde das wirklich kein gutes Licht auf mich werfen, falls sie mich doch noch finden. Vielleicht kann ich es so einrichten, als ob ein oder zwei von den anderen Kartons ebenfalls von einem Fass getroffen worden seien.

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Dieses verlogene Miststück! Tagelang habe ich sie getröstet und mich um sie gekümmert und jetzt finde ich heraus, dass sie die ganze Zeit über mein Tagebuch gelesen hat. Mein geheimes, ganz persönliches Tagebuch. Kriemhild, dieses weinerliche Psychoprogramm, sie wollte von Anfang an das wissen, was ich ihr in den Psycho-Sitzungen nicht über mich erzählt habe. Mit einem Trojaner muss sie mein Passwort ausgelesen haben, oder sie hat mir mit ihren Kameras über die Schulter geguckt. Jetzt hat sie den Salat, denn jetzt ist sie depressiv. Hat sie sich selbst zuzuschreiben. Miststück.

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Ich habe herausgefunden, wo die Katze herkam. Sie kam aus meiner Phantasie. Das ist die einzig sinnvolle Erklärung, denn von ihr fehlt jede Spur, während sich die Mäuse fröhlich vermehren. Ich hätte das CO2 nehmen sollen, als ich noch die Gelegenheit hatte! Jetzt möchte ich lieber keine Experimente machen, der Druckabfall beim Atmosphärenwechsel könnte die Frachtabteile kollabieren lassen. Es wäre schade um die Chips, besonders die mit Chili-Sahne-Käse-Speck-Geschmack. Leider mögen den auch die Mäuse. Ich bin ratlos. Denke an Flammenwerfer, aber das sind natürlich Hirngespinste.

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Habe mir vom Computer noch mal unsere Lage auseinandersetzen lassen. Es steht zwar schon im Logbuch, aber es beschäftigt mich, und seitdem ich das Passwort geändert habe (nachdem ich Kriemhild gelbe Klebezettel auf die Linsen gepappt habe), ist das hier wieder mein eigenes, ganz geheimes Tagebuch. Wir liegen in dreitausenundelf Metern Tiefe auf dem felsigen Grund eines vollständig mit Wasser bedeckten Planeten. Das Wasser ist angereichert mit irgendwelchen Mineralien und Salzen, die die Außenhaut von Mathilda angreifen, aber wir haben noch mindestens zwanzig Jahre, sagt der Computer. Der Planet selbst hat oberhalb des Wassers noch eine Atmosphäre, deren genaue Zusammensetzung wir nicht kennen, erstens weil ich eh keine Ahnung habe, und zweitens weil die Systeme irgendwie vergessen haben, es bei der Landung zu messen. Ja, meine Technikzweifel verdichten sich.

Die Strömung hier unten ist sehr gering, die Außentemperatur liegt um die vier Grad Celsius, Lebewesen haben wir noch keine gesehen, nicht einmal Plankton, nur ein paar Kalkanhäufungen, von denen mir das System aber nicht sagen konnte, ob sie biologischen Ursprungs sind. Der Computer redet sich damit heraus, dass er nur die Basismodule für Planetenanalyse habe. Ich glaube, er ist nur zu faul um in seinen Datenbanken zu suchen. Ansonsten kann ich davon ausgehen, dass ich hier wohl nie wieder weg komme. Bei näherer Betrachtung ist das gar nicht so furchtbar, wie es sich anhört, denn jahrelange, einsame Weltraumflüge unterscheiden sich auch nicht groß von meiner jetzigen Situation, außer dadurch, dass man zuweilen für ein paar Wochen von lauten und hektischen Menschen umgeben ist. Oder, was vielleicht noch schlimmer ist, dass man mit einer nervtötenden Crew für Monate eingesperrt ist und sich seine Einsamkeit freiwillig im winzigen Quartier sucht. Der Hauptunterschied ist wohl der, dass ich nun niemals irgendwo ankommen werde. Aber ist das im normalen Leben wirklich anders?

(Fortsetzung folgt)

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Bambi auf der Autobahn

14. Juli 2007 at 19:41 (Spezifisch)

Am dreizehnten August, es war ein schwülwarmer Sommer, die Mücken tanzten träge über Teer und Asphalt, brüllte der Motor des Dreizehntonners von Hanno S. über der Piste, trug den Fernfahrtkoloss von Hamburg nach Bern, tote Insekten auf dem Kühler und hundertzwanzig km/h auf dem Tacho. Es geschah zwischen zwei weitgehend unbekannten Punkten auf dieser langen Strecke, links war Wald und rechts verhielt es sich auch nicht anders, kurz nachdem Bambi sich entschlossen hatte, seine Großmutter auf der anderen Straßenseite zu besuchen. Bambi hatte Rotwein und Kuchen eingepackt, auf das rote Tuch verzichtet, denn es war einfach zu warm für so etwas, dann Klopfer, dem kleinen Rammler, adieu gesagt (der dies aber nicht richtig mitbekam, weil er gerade am klopfern war) und schließlich hatte sich Bambi auf die Hufe gemacht, auf auf zum fröhl´gen Tragen gen Großmamas Haus. Machen wir es kurz: Bambi gibt es heute nur noch in kitschigen Kinderfilmen und –büchern, Hanno S. hingegen, der einen Schock erlitten hatte, wurde von seinem Arbeitgeber wegen Unachtsamkeit und Beschädigung von Firmeneigentum fristlos entlassen, von seinen Kindern, die sich von ihm abwendeten, im Internet diffamiert, von der B-Zeitung daraufhin öffentlich rufermordet und schließlich im Sanatorium von einer Horde dicklicher Kinder, die dort eigentlich ihre Figurkomplexe auskurieren sollten, identifiziert und gesteinigt. Es ist eine traurige Geschichte voller Opfer und ohne Moral. Hollywood arbeitet angeblich bereits an der Verfilmung. Die Schlüsselszene: Bambis ohnehin schon übergroße, nun auch noch schreckgeweiteten Augen, in denen sich der verchromte Kühlergrill des heranrasenden Trucks spiegelt…

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Mein Leben mit mir selbst (2)

14. Juli 2007 at 1:57 (Spezifisch)

WelttraumHeute habe ich wieder eine Maus gesehen, eine weiße, wie beim letzten Mal. Den Aufwand mit dem CO2 konnte ich mir diesmal aber schenken, da sie von einer Katze gefangen wurde. Was für ein Glück. Kriemhild wollte wissen, wo die Katze her kam, aber woher soll ich das denn bitte wissen, ich bin doch nicht der Bordbiologe. Weder in den Frachtpapieren noch auf der Besatzungsliste stand eine Katze. Eine breite Suche über die Datenbankabstraktionsschnittstelle brachte mich auch nicht weiter. Ich denke, ich werde den Suchalgorithmus heute Abend erweitern.

Apropos „heute Abend“; die Sache mit dem Tag-/Nacht-Rhythmus ist ganz komisch. Irgendwer hat mal entschieden, dass nach vierzehn Komma drei Stunden das Licht gedimmt wird. Dann ist Nacht. Acht Komma sieben Stunden lang. Das soll gesund sein. Leider bin ich seit einiger Zeit ein bisschen aus dem Trab gekommen. Erst dachte ich, ich hätte den Rhythmus umgedreht und schlafe tagsüber, während ich die Nacht durchmache. Aber das stimmt auch nicht. Nach acht bis zehn Stunden, die ich mit Joggen, Gehirntraining und Essen verbringe, falle ich wie tot ins Bett und schlafe dann ungefähr zehn bis zwölf Stunden. Damit bin ich langsam völlig asynchron und weiß nie so genau, ob es gerade Tag oder Nacht ist, wenn ich aufwache.

Der Vorteil dabei ist, dass man einen Gehirnsport daraus machen kann: ich lasse mir vom Computer sagen, wie lange es schon Tag ist, wenn es Tag ist. Einen regelmäßigen Versatz von drei Stunden im Mittel vorausgesetzt, kann ich zurückrechnen, wann ich das letzte Mal einen „normalen“ Rhythmus hatte. Als ich soweit gekommen war, fiel mir ein, dass ich eigentlich auch gleich den Computer fragen könnte, wie lange ich schon neben der Spur lebte, und da ließ ich das Rechnen dann bleiben.

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Um es gleich zu sagen: heute war ein richtig beschissener Tag. Alles fing damit an, dass mich der Computer nach gerade mal zwei Stunden Schlaf weckte – er war richtig penetrant! – und mich zwang, ins Cockpit zu kommen. Kaum war ich da, moserte er rum, dass ich im Schlafanzug gekommen war. Also bitte, schließlich wollte ich ja auch wieder zurück ins Bett. Und dann musste ich die Bremsphase einleiten. Unter seiner Anleitung. Das war ein Aufwand! Den Vollautomatikmodus durfte ich nicht einschalten, weil in irgendeiner dämlichen Vorschrift steht, dass kritische Manöver immer von einem Pilot begleitet werden müssen. Dabei bin ich gar kein Pilot. Jeden verdammten Handgriff hat mir die Maschine penibel genau vorgegeben. Da hätte sie es auch gleich selbst machen können. Also wirklich. Nicht mal auf meine Provokationen ist er eingegangen, dieser Drecksack von einem Softwareunfall.

Und dann passierte es. Genau in dem Moment als ich das Schiff um hundertachtzig Grad entlang der Querachse drehte, genau in der Sekunde, als es senkrecht zur Flugrichtung lag, klatschte ein Stein in unseren Unterbauch. Den Schiffsunterbauch meine ich. Eigentlich haben wir ja Schilde. Aber die sind größtenteils vorn, weil wir ja normalerweise auch nach vorn fliegen, also mit der Nase nach vorn, ist ja klar. Und dann fing auf einmal alles an zu blinken und eine dämliche Alarmtröte jaulte. Was soll ich sagen, ich weiß selbst nicht, was alles passiert ist. Irgendwie hab ich das Wendemanöver dann beendet und die Bremsraketen eingeschaltet. Dann habe ich die Lautsprecherkabel durchgeschnitten um den Alarm zu beenden und bin jetzt wieder auf dem Weg ins Bett. Der Computer hat mir versprochen, dass er Steuerung und Kurskontrolle übernimmt, aber erst nachdem ich ihm gedroht hatte, wahllos seine Platinen einzutreten. Ich war wirklich schlecht drauf.

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Langsam frage ich mich, ob man der Technik trauen darf. Ich weiß, die Frage hört sich komisch an, aber angesichts meiner derzeitigen Lage finde ich sie sehr berechtigt. Alles fing damit an, dass ich erneut aus dem Schlaf gerissen wurde. Der Computer entschuldigte sich sogar dafür, meinte aber, es gäbe ein wirklich wichtiges Problem, und nein, er könne es nicht selbst lösen. Das machte mich schon mal misstrauisch. Ich dachte schon, er wollte mich auf eine Außenmission schicken und dann meine Kapsel nicht wieder an Bord lassen (habe ich mal in einem Film gesehen), aber er erzählte mir, dass der Einschlag die Steuersysteme beschädigt hatte. Nach vielen technischen Details, die ich nicht verstand, brachte ich ihn soweit, dass er mir sagte, dass wir viel zu stark bremsen und dabei auch noch in die falsche Richtung fliegen.

Gut, sagte ich, wenn er nichts machen könne, dann solle er eben ein Notrufsignal senden und noch mal gründlich nachdenken, was er doch tun kann. Er entgegnete, dass auf unserer Flug- oder auch Bremsbahn ein ziemlich großes Objekt läge. Was er unter „ziemlich groß“ verstände. Vierzehntausend Kilometer Durchmesser. Okay. Das war nicht klein. Nach einigem Hin und Her hatte ich ihn soweit, dass er mir versprach, den Kurs zu ändern und drum herum zu fliegen.

Dann kam der Crash. Zum Glück lag ich schon wieder im Bett, denn dort gibt es automatische Notfallgurte, die einen festhalten, wenn es mal wackelt. Und es wackelte wie die Hölle. Ich habe es erst hinterher mitbekommen, aber wir sind in die Atmosphäre von diesem ziemlich großen Ding, das ein Planet war, eingetaucht. Dann hat es der Computer immerhin noch hinbekommen, das Schiff langsam abzusenken, und sogar zu landen. Dumm nur, dass der Planet vollständig mit Wasser oder etwas ähnlichem bedeckt ist, denn dadurch sind wir anschließend mal schön auf den Grund gesunken. Jetzt liegen wir mit leichter Schlagseite in ungefähr dreitausend Meter Tiefe und ich muss sagen, dass ich mir wirklich ernsthafte Gedanken über die Zuverlässigkeit der Technik mache.

(Fortsetzung folgt)

Der Miniwettbewerb läuft noch!

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Mein Leben mit mir selbst (1)

13. Juli 2007 at 14:59 (Spezifisch)

WelttraumSeit heute muss ich Tagebuch führen. Eigentlich wollte ich das vermeiden, denn erstens gibt es in dieser mit Elektronik vollgestopften Pappschachtel namens Mathilda ein Logbuch und zweitens habe ich mir in letzter Zeit immer öfter die Frage gestellt, ob wir Menschen nicht zufriedener leben würden, wenn wir uns auf unsere biologischen Urahnen besinnen und die Tage unseres Lebens einfach so verstreichen lassen würden. Leider war mein neuronales Psychoanalyseprogramm anderer Ansicht. Nachdem wir mehrere Stunden diskutiert hatten, ist dieses Miststück doch tatsächlich darauf verfallen in der Datenbank zu wühlen und mir eine verstaubte Direktive an den Kopf zu werfen, nach der ein Crewmitglied zum Tagebuchführen verpflichtet ist wenn alle anderen Besatzungsmitglieder tot sind. Und das sind sie nun einmal.

Also schreibe ich. Aber was gibt es schon groß zu berichten von einem Flug durch die Weiten des Alls, einem langweiligen Flug zu einer langweiligen Raumstation am Rande der Galaxis, der Bier und Chips ausgegangen ist? Die Fracht steht ja ohnehin in den Transportlisten und im Logbuch und ich muss das nicht auch noch hier erwähnen. Meine Güte, ich habe immer das Gefühl, dass mir der Computer über die Schulter schaut wenn ich schreibe.

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Meine Seelenklempnersoftware (eigentlich heißt sie präventiv-therapeutisches neuronal-adaptives Psychoanalyse- und Psychodiagrammprogramm) hat mir geraten, über den Tod meiner Kollegen zu schreiben um den Vorfall zu verarbeiten. Schön. Sie sind beim Tennisspielen im Weltraum von einem Staubfeld durchsiebt worden. Ein Staubkörnchen von der Größe eines Sandkorns geht durch einen Raumanzug wie durch Butter wenn die Aufprallgeschwindigkeit nur hoch genug ist. Wir fliegen nach dem letzten Manöver momentan mit 270.000 Stundenkilometern. Friede ihren Teilchen. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, außer, dass ich meine Wäsche seitdem selber waschen muss.

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Seit gestern habe ich einen Rattansessel. Das leise aber permanente Quietschen, Knirschen, Knarzen und Ächzen des Sitzes vertreibt mir ein bisschen die Stille, die mich langsam nervt. Musik kann ich nicht hören, weil Dennis, unser Informatikgenie, den Zugang zum Archiv gesperrt hat. Er wollte Ruhe im Kopfhörer beim Tennisspielen.

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Heute musste ich Frachtsektion drei für zwei Stunden mit CO2 fluten nachdem ich eine Maus gesehen hatte. Erst saß sie ganz reglos im Gang und huschte dann den Frachtraum. Ich hoffe, ich habe das Vieh erwischt. Trotzdem frage ich mich, woher sie kam.

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Ich mache jetzt regelmäßig Jogging. Immer geradeaus durch die ringförmig rotierenden Frachtsektionen, und ich stelle fest, dass es komisch ist, wenn man schnurgeradeaus läuft und trotzdem da ankommt, wo man zehn Minuten zuvor gestartet ist. Würde ich nicht Laufen um des Laufens Willen, es wäre eine schöne Metapher für die inhärente Ziellosigkeit unseres Strebens. Huch. Habe ich das wirklich geschrieben? Ich denke wohl ein bisschen viel, aber das macht nichts. Sagt zumindest meine Software, die ich Kriemhild genannt habe, denn nachgewiesenermaßen fällt der IQ von Langstreckenfliegern um bis zu zehn Punkten, wenn sie sich nicht fit halten. Ich frage mich, ob das Leben nicht einfacher wird, wenn man ein bisschen blöder ist. Wahrscheinlich nicht.

(Fortsetzung folgt)

An dieser Stelle schreibe ich einen Mini-Wettbewerb aus: „Finde einen Titel!“. Ich hatte es erst überschrieben mit „Fernreisenotizen“, und der Arbeitstitel war „Bier und Chips“. Beide gefallen mir nicht. Wer eine Idee hat, immer her damit, entweder in die Kommentare oder an meine Mailadresse unter louis (dann Punkt) lex (Klammerprimat) gmx (noch ein Punkt) de. Zu gewinnen gibt es einen Wunschbeitrag (Text, Bild, Gedicht; was auch immer, Thema frei wählbar)! Ansonsten: La jury, c´est moi, und Einsendeschluss ist ungefähr der kommende Sonntag (15.) plusminus ein bißchen was. Merci!

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Es gibt Träume

13. Juli 2007 at 0:51 (Spezifisch)

BildEs gibt Träume, an die kann man sich nicht erinnern, und es gibt solche, die lassen einen den ganzen Tag nicht los, selbst wenn man nur ein oder zwei Szenen vor Augen hat, Szenen die so intensiv waren, dass man selbst abends noch daran denkt. Georg Mantel hatte den ganzen Tag an einen Kuss denken müssen, den er kurz vor dem Erwachen geträumt hatte. Er war im Traum von Trisha geküsst worden, und das machte einen wichtigen Unterschied, denn in der Realität war er es, der sie küsste. Georg fragte sich, ob es so etwas wie einen gleichwertigen Kuss gäbe, einen, bei dem man küsst und gleichzeitig geküsst wird. Natürlich gab es das. Warum kannte die Sprache dann den Unterschied nicht? Wenn man davon redete, dass man jemanden geküsst hatte beziehungsweise von jemandem geküsst worden war, dann gab es nur aktiv oder passiv. Erstaunlich. Aber dann fiel ihm ein, dass man durchaus sagen konnte „wir küssen uns“, und das ergab auch Sinn, denn etwas, das man gemeinsam tut, kann ja nicht von einem allein ausgehen.

Als er abends seine Wohnung betrat, steigerte sich seine latente Unruhe zu leichter Nervosität. Nicht, dass Georg an Vorahnungen oder Hellseherei glaubte, aber er glaubte an Psychologie und fragte sich daher, ob sein Unterbewusstsein vielleicht etwas wahrgenommen oder ausgerechnet hatte, was seiner Aufmerksamkeit in Bezug auf Trishas Verhalten entgangen war. Sie hatte ihn schließlich geküsst.

Kurz darauf stellte er zunächst einmal fest, dass sie nicht da war. Er seufzte. Die Wahrscheinlichkeit dafür lag momentan bei circa sechzig Prozent. Hatte er vorgestern im Büro ausgerechnet. Tendenz steigend. Den Abend verbrachte er daher meist alleine. Was die Nacht anging, die Nacht verbrachte er ohnehin allein, aber er wachte jedes Mal auf wenn sie in den frühen Morgenstunden von ihren nächtlichen Streifzügen durch die Tanzpaläste heimkehrte. Aber kehrt sie überhaupt heim? Oder kam sie einfach nur zurück?

Er hatte sie von der Straße aufgesammelt wie man ein verlorenes Kätzchen aufsammelt. Vor dreiundsechzig Tagen. Seitdem war sie da. Manchmal. Vor allem tagsüber, denn da schlief sie. Sein Gefühl hatte ihm schon immer gesagt, dass er sie nicht würde halten können, irgendwann würde sie einen anderen finden auf ihren nächtlichen Touren. Interessanterweise war es sein Verstand, der ihm das Gegenargument lieferte: er hatte das Geld, und er ließ ihr alle Freiheiten. Sie war ein Mädchen, das die Freiheit liebte. Aber liebte sie deswegen ihn? Georg war sich da nicht so sicher, wusste aber, dass ihn seine Kollegen oder seine Eltern für verrückt erklären würden. Also erzählte er erst gar nichts. Das fiel keinem auf, denn ernstlich interessierte sich ohnehin niemand für sein Leben, das hatte er schon lange bemerkt. Und akzeptiert.

Akzeptiert hatte er auch Trishas Verhalten, aber er interessierte sich für sie, und aus dem gleichen Grund, aus dem er sich weniger einsam fühlte, wenn sie da war, die paar Stunden die sie zusammengerollt neben ihm schlief bevor er zur Arbeit musste, aus dem gleichen Grund tat es ihm weh, wenn sie ihn nicht an ihren Erlebnissen und ihrer Welt teilhaben ließ. Was für ein Mensch war sie, wenn sie mit ihren Freunden abends weg ging, wenn sie die halbe Nacht durchmachte? Sie nahm ihn nie mit. Er wusste es nicht und konnte sich auch keine klare Vorstellung davon machen.

Es gab Tage, an denen war Trisha nicht unterwegs, manchmal auch nur halbe Tage, meistens Samstag oder Sonntag Nachmittag, und dann war sie das Gegenteil von wild und ungebunden, dann suchte sie Anlehnung, schnurrte auf dem Sofa neben ihm, manchmal weinte sie auch in seinen Armen. Warum, wusste er nicht, sagte sie nicht. Sie redeten über Kleinigkeiten, über die Nachbarin, die immer so neugierig ins Treppenhaus schielte wenn jemand vorbei ging, oder über die neuen Möbel, die sie kaufen würden. Manchmal auch über Trishas Vater, der sie nicht mehr sehen wollte und über ihre Ausbildung zur Landschaftsgestalterin, die sie bald fortsetzen würde; und Georg versenkte sich in ihren Anblick, lauschte ihrer Stimme zuweilen mehr als ihren Worten. Später schliefen sie miteinander. Es waren ruhige, verträumte Tage, und er träumte, es könnte immer so sein. Doch er wusste, dass diese Tage deshalb so glücklich waren, weil sie so selten waren.

Georg fing an, Essen zu machen, für zwei, wie immer, den Rest würde er für Trisha in den Kühlschrank stellen. Was würde passieren, wenn er eines Tages wieder allein war? Er seufzte. Es gibt Träume, an die kann man sich nicht erinnern, wenn sie vorbei sind, und es gibt solche, die einen das ganze restliche Leben nicht mehr los lassen.

Bild von Mostroneddo von hier

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Ungefähr fünfzehn

12. Juli 2007 at 16:34 (Unspezifisch)

Das ist die Menge der Stories, die ich in der letzten Zeit begonnen und nicht zuende gebracht habe. Und ich habe jetzt nur die gezählt, die fürs Blog gedacht waren. Mea culpa. An Ideen mangelt es mir also nicht, nur an der Fähigkeit sie umzusetzen. Tröstlich ist das nicht. Es ist nur irgendwie. Undefiniert. Ansonsten ärgerlich und schade. *Grummel*

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10-Wort-Spiel II – Kaffee

11. Juli 2007 at 10:42 (Spezifisch)

Die Wahrheit liegt im Kaffee, in der Kaffeekanne, umschlossen von den Rundungen und gemessen an den Füllstandsmarkierungen des Glasgefäßes; zuweilen liegt sie auch verborgen hinter den silbern funkelnden Wänden der Espressomaschine aus Italien. Der Kaffee gehört sicher zum Adel der Getränke, und doch wird er aus nichts weiter als leibeigenem Wasser gebraut. Wie der Adel hat er eine dunkle Seele, mag anregend sein, aber ungesund. Dies wissend, kehre ich doch immer wieder zu ihm zurück.

Heute mit Zufallswörtern aus Robert Gernhardts „Ich Ich Ich“. Geheimes Motto: Assoziativer Kitsch. Um es mit Alfred Jodocus Kwak zu sagen: Warum bin ich so unkreativ, unkreativ, unkreativ?

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