Qualität nichtreimender Gedichte

2. Januar 2008 at 0:40 (Spezifisch)

Das ockerfarbene Zwerggänseblümchen fraß einen Marienkäfer während es darüber nachsann, was ein Gedicht, das sich nicht reimt, trotzdem gut machen kann. Bevor es zu einer abschließenden Erkenntnis gelangen konnte, wurde es von einem ziemlich dummen und wahrscheinlich ignoranten Zwergkaninchen gefressen. Da es selbst aber ein Zerggänseblümchen war, und noch dazu kein sehr großes, entging es dem Schicksal zwischen den breiten Zwergkaninchenzähnchen zermahlen zu werden und gelangte äußerlich unversehrt ins Innere des diminuitivsubstantivierten Tieres. Selbiges hingegen wurde von einer zufällig aus einer Falte des zwar nicht gekrümmten, aber doch gekräuselten Raum-Zeit-Kondominiums gefallenen Riesenamöbe verschluckt.

So geschah es, dass im Innern der Amöbe die Frage nach den Gütekriterien nicht-reimender Gedichte doch noch geklärt werden konnte, allerdings am nächsten Tag zweifach verdaut nicht wiedererkennbar als kleiner, aber sehr amorpher Haufen unter einer Tanne irgendwo im Wald ausgeschissen wurde. Dieser Haufen wurde von einem vorbei fliegenden Marienkäfer als Landplatz auserkoren, was dazu führte, dass der Käfer nicht auf die große, grüne-ockerfarbene Wiese flog, wo er – was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste – gefressen worden wäre, und zwar, man ahnt es schon, vom ockerfarbenen Zwerggänseblümchen. Die Abwesenheit des Marienkäfers änderte jedoch nichts daran, dass das Gänseblümchen vom Kaninchen, und selbiges vom Amöbchen gefressen wurde; der Marienkäfer jedoch verspürte trotz des Gestanks eine gewisse unerklärliche Erleichterung. Ganz wie die Amöbe, im Übrigen.

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