Alltagsrelativismus

8. September 2008 at 23:26 (Spezifisch)

Leute, die den Relativismus kultivieren sind solche, die sich über Leute beschweren, die Briefe mit „Ich“ beginnen, groß geschrieben, sich aber anschließend daran erinnern, dass es andere Wahrnehmungsformen zwischenmenschlichen Umgangs gibt und konsequenterweise auch andere Wertschätzungsarten, sprich, die unterstellen, dass ein flegelhafter Briefschreiber schlicht eine andere Wahrnehmung der Welt hat und damit durchaus kein schlechterer Mensch sei. Das allerdings legitimiert, oder entlastet zumindest die Motivation des beispielhaften Schreibers, hingegen ist eine moralische Aussage darüber nur pragmatisch in ihren unmittelbaren, für jeden normal intelligenten Menschen antizipierbaren Folgen machbar, sprich, dass es einem dem gleichen Kultur- und Bildungskreis Angehörigen ebenso klar sein sollte, dass man Briefe nicht groß und mit „Ich“ beginnt, gerade wie es ihm klar sein sollte, dass man die Kartoffeln beim Essen nicht mit dem Daumen auf dem Teller zerdrückt. Relativismus ist daher Scheiße.

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